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Presseaussendungen richtig und erfolgreich gestalten

Die primäre Aufgabe eines Artikels besteht darin, einen Inhalt schnell, verständlich, korrekt und möglichst vollständig zu vermitteln. Dabei ist insbesondere wichtig

  1. Der dichte Informationsgehalt, festzumachen an den W-Fragen.
  2. Der Aufbau des Textes
  3. Die zeitungsspezifische Schreibweise
  4. Die Artikelart
  5. Das weitgehende Vermeiden von Fremdwörtern, Fachbegriffen und englischen Ausdrücken

Informationsdichte

Die wesentlichen Fragen sollen mit möglichst wenigen Zeilen beantwortet werden. Worum geht es? Was ist die wichtigste Erkenntnis? Warum? Wie kommt es zu dieser Aussage? Woher kommen die Informationen (Quelle)?

Den Lesern sollen nützliche, neue und spannende Themen geboten werden. Lernt man beim Schreiben des Beitrags selbst nichts Neues dazu oder schreibt über etwas kürzlich Gelerntes, lohnt wahrscheinlich eine tiefer gehende Recherche!

Der Aufbau des Texts

Ein journalistischer Text ist wie ein spannender Krimi rückwärts. Der Name des Mörders steht im Titel. Also keine Einleitung, sondern sofort zum Punkt kommen. Die Essenz an die Spitze und nicht ans Ende stellen.

Absteigende Wichtigkeit

Beim Journalismus geht es darum, wichtige Informationen zu vermitteln. Je eher diese im Text erscheinen, umso schneller erfüllt der Text seine Aufgabe. Der strikte Textaufbau nach Wichtigkeit garantiert die schnelle Erfüllung der Textaufgabe und erhöht die Wahrscheinlichkeit, die Leser bei der Stange zu halten.

Die Leserführung

Die Leserführung umfasst Titel, Lead (Einführung), Absätze, Zwischentitel, Bild und Grafiken

  1. Der Titel holt den Leser in den Artikel, soll aber auch die Kernaussage enthalten. Also nicht Leseranimation auf Kosten der Information!
  2. Das Lead (die Einführung) stimmt den Leser auf den Artikel und fasst die Kernaussage zusammen.
  3. Der erste Absatz beantwortet die wesentlichen W-Fragen.
  4. Zwischentitel versprechen weitere Informationen.
  5. Die Zwischenabsätze halten, was Titel, Zwischentitel und Lead versprechen.
  6. Bilder animieren und machen neugierig durch Gesichter, spannende Grafiken oder interessante Bildaussagen. Die Bildunterschrift beschreibt das Thema in einem Satz.

Die zeitungsspezifische Schreibweise

Zeitungsartikel unterscheiden sich in ihrer Schreibweise. Fehlt dieser Unterschied stolpert das Auge beim Lesen.

Abkürzungen

  • Die Firma KS (falsch) >>> Die Firma Kepler Solutions (KS) (richtig)
  • Usa, Uno, AIDS >>> USA, UNO, Aids,
  • z.B. >>> zum Beispiel
  • usw. >>> unter anderem, und mehr
  • etc. >>> unter anderem, und mehr
  • ca. >>> zirka, rund, gegen, etwa

Personen

  • Frau Berta Meier >>> Berta Meier
  • Frau Meier >>> Meier
  • WK-Präsident Dr. Christoph Leitl >>> Wirtschaftskammer Präsident Christoph Leitl
  • Bundespräsident Dr. Fischer >>> Bundespräsident Fischer
  • Der Vorsitzende Müller >>> Der Vorsitzende

Datum

  • Montag, den 1. April, fand in... >>> Am Montag, 1. April, fand in...
  • Am 1.4.10 fand in... >>> Am Montag, 1. April, fand in...
  • Am 1. April 2010 fand in.... >>> Am Montag, 1. April, fand in...

Geldangaben

  • Euro 3 Mio. >>> Drei Millionen Euro
  • € 489 762.55 >>> rund 500 000 Euro
  • Eintritt € 5.00 >>> Eintritt 5 Euro

Sonderzeichen

  • 30% >>> 30 Prozent
  • 25° >>> 25 Grad
  • 50' >>> 50 Minuten

Titel

  • Dr. med. vet. Frank Schmid >>> Tierarzt Frank Schmid

Zahlen

  • 2 Männer >>> zwei Männer
  • 1. Teil >>> erster Teil
  • dreizehn Stunden >>> 13 Stunden

Zeit

  • 11.00 Uhr >>> 11 Uhr
  • 11.00 Uhr - 15.00 Uhr >>> 11-15 Uhr
  • 11.30 Uhr und 17.00 Uhr >>> 11.30 und 17 Uhr

Die Artikelart

Beim Verfassen eines Artikels müssen Sie sich im Klaren sein, welche Artikelform Sie anstreben. Sie haben verschiedenste journalistische Textformen zur Auswahl:

Nachricht

Kurzer Artikel über Ereignisse, der sich an die neutralen Tatsachen hält. Meist ohne Bild. «Ich» und «wir» Konstruktionen sind nicht erlaubt. Beispiel: Polizeimeldung.

Bericht

Etwas längerer Artikel über Ereignisse, der sich ebenfalls an die neutralen Tatsachen hält. Ein illustrierdens Bild kann beigefügt werden.. «Ich» und «wir» Konstruktionen sind nicht erlaubt. Beispiel: Bericht von einer Gemeinderatssitzung.

Reportage

Längerer Artikel mit persönlichen Eindrücken, der Farbe, Geruch und Gedanken vermittelt. Mehrere Bilder zur Untermlaung sind erwünscht. «Ich» und «wir» Konstruktionen sind nur im Reisebericht erlaubt.

Interview

Verwenden Sie ausschließlich Original-Zitate! Diese Textform dient als Ergänzung zu Nachricht, Bericht oder Reportage.

Kommentar

Eigene Meinung zum Thema, die immer Pro und Kontra enthält.

Glosse

Humoristische Abhandlung eines Themas, als Ergänzung oder alleine wenn das Thema im Gespräch ist.

Technische Anforderungen

Texte beispielsweise als Word-Dokument in normalem Fliesstext verfassen. Insbesondere keine Tabulatoren, Spalten, Gestaltung mit Textfeldern oder Grafiken und Bildern. Keine doppelte Zeilenumbrüche, kein Zeilenumbruch am Ende der Zeile, falls Text auf die nächste Seite weiter fließt, und keine automatische Silbentrennung. Sämtliche Tabulatoren, doppelten Zeilenumbrüche, Trennstriche, Gestaltungen müssen beim Einstellen ins Redaktionssystem wieder entfernt werden.

Bild(er) als jpg-Datei separat speichern und sinnvoll benennen. Größe rund 300 bis 500 Kilobyte. In Word integrierte Bilder sind unbrauchbar! Auf die Urheberrechte bei den Bildern ist zu achten und wenn notwendig sind Copyright-Angaben mitzuliefern. Keine Bilder einfach aus dem Internet oder über die Google Bildersuche kopieren!

Achtung oft besteht ein „doppeltes Urheberrecht“: Zum einen hat der Fotograf ein Recht auf das Bild und zum anderen die abgebildete Person bzw. der Schöpfer, Besitzer, Architekt des abgebildeten Objektes. Also auch bei Portraitfotos hat der Fotograf ein Urheberrecht auf die Fotos.

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